Mitternachtsgeschichten

Dreht euch nicht um, die Weihnacht geht um!
Niemand, a b s o l u t niemand kann sich Weihnachten entziehen! Ob nun in Bad Bredderdorf am Niederrhein oder einem Sommercamp im Polarmeer, überall erklingt der zittrige Kanon der stillen Nacht, heiligen Nacht, überall durchwabert die Luft der ranzige Duft von alten Spekulatius und billigem Tüten-Glühwein. Im Zeitalter der megamedialen Events, der transkulturellen Offenbarungen, der 1000 Fernsehkanäle, der alles überwölbenden Unterhaltungsindustrie und der globalen Vernetzung und Verstrickung ist die Weihnacht allgegenwärtig - und das nicht nur zur Weihnachtszeit!
Und glauben Sie nicht, es würde etwas helfen zum Islam zu konvertieren. Im Dunstkreis multikultureller Ausscheidungen und Sekrete ist keine auch noch so verschnupfte Nase in der Lage sich dem Christkindmuff zu verweigern.
Dabei zeigt das Weihnachtsfest immer früher seine grinsende Fratze. Immer eher müssen wir im täglichen Leben rote Zipfelmützen, weiße Rauschebärte und prall gefüllte alte Säcke voller Schnaps und doofer Nüsse entdecken. Aus allen Ritzen rieselt spätestens schon im Herbst der Styroporschnee, aus allen Ecken klingeln die serienmäßig gestanzten Glöckchen und aus allen Löchern sprießen Nordmanntannen und Plastikfichten vom Baumarkt. Auf allen Wegen wird man von Weihnachtsgänsen, Wunderkerzen und Krippenspielern umzingelt und in den Einkaufscentern torkeln Hundertschaften von Weihnachtsmännern umher, diese Geschenkehäscher mit Heiligenschein, und es ist bei den ganzen verabreichten Weinbrandbohnen kaum mehr möglich den einen, einzigen und wahren Weihnachtsmann von einem hundsordinären Penner zu unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen allen, daß sie uns generalstabs- sowie gehirnwäschemäßig auf das Fest der Liebe vorbereiten, schon Monate vorher klopfen sie uns mürbe, rennen immer wieder gegen unsere mühsam errichteten Mauern zum Schutz vor schwülstigen Familienfeiern an. Und bei wem dann nicht spätestens mit dem Aufmarsch der Armeen von Schokonikoläusen die letzten Bollwerke einstürzen, dem ist ja quasi mit gar nichts mehr zu helfen, gilt als innerlich völlig verroht! Ab in die Ecke und schäm dich, du Lauseaas! Das einzige was hier noch Hilfe bedeuten kann, ebenso wie vor der unweigerlichen postweihnachtlichen Depression, ist sich früh genug abzuhärten. Nur so prallt auch das herzigst geschmetterte "Oh Tannebaum" ab, ist man in der Lage den geballten Berg Schmalz selbstgebastelter Geschenke der Liebsten am Hintern vorbei zischen zu lassen!
Lassen Sie sich nicht von naiven, seit Jahrhunderten überholten Ritualen und Mythen überrumpeln, von Bratäpfeln überrollen oder von der eigenen Familie unter den Festtagstisch fressen! Lassen Sie sich stattdessen helfen, von der "Schnellen Präventivtruppe" des BAT!
Darum kommen Sie unbedingt zur vorbeugenden Weihnachtslesung der "BAT-Mitternachtsgeschichten" am Freitag, den 19. Juli in die kleinen aber sehr festlich geschmückten Räume der GaDeWe in der Reuterstraße!
PS.: Wer einen eigenhändig gefangenen Weihnachtsmann mitbringt, darf auf der Bühne ein festliches Gedicht eigener Wahl vortragen!
Wir würden und freuen, wenn Sie neugierig geworden sind und stehen für Rückfragen jederzeit zur Verfügung. Entweder per Mail oder unter Tel: 0421/126 82.
Also kommen Sie und lassen sich überraschen.
- Fr. 19.07.2002 22 Uhr Galerie des Westens, Reuterstr. 9-17