Barfuß im Park
Komödie von Neil Simon

Corie Bratter, eine ziemlich flippige und zugleich romantisch veranlagte junge Frau und ihr frischgebackener und etwas steifer Ehemann, Paul Bratter, Rechtsanwalt seines Zeichens, beziehen ihre erste gemeinsame Wohnung, die sich sehr bald als rechte Bruchbude erweist.
Der rüstige und äußerst skurile Nachbar, Mr.Victor Velasco, der gerne durchs Fenster steigt, und Cories altbackene, aber noch nicht ganz rettungslos verlorene Mutter sowie ein ehe-beraterisch ambitionierter Techniker der Telefongesellschaft, vervolllommnen die Besetztung dieser von Neil Simon in der 60er Jahren geschriebenen Broadway-Komödie, indem sie Cories und Pauls Ehe in eine hoffnungslose Krise stürzen.
Erst als Paul barfuß im Park spazieren geht und volltrunken fast vom Sims stürzt, ist die Ehe wieder gerettet.
Kurzweilige Unterhaltung der sinnigen Art.
Besetzung
| Corie Bratter: | Andrea Mrosla |
| Paul Bratter: | Olaf Sönksen |
| Cories Mutter, Mrs. Banks: | Katja Ahrens |
| Victor Velasco: | Heiko Brockmann |
| Telefonmann: | Frank Baumgart |
| Bote der Firma Lord & Taylor: | Sven Golchert |
| Regie: | Oliver Huhn |
| Souffleuse: | Gabi Arndt |
| Maske: | Katja Ahrens, Andrea Mrola |
| Beleuchtung: | Markus Lahmann |
Aufführungen
- Fr. 26.04.1996 20 Uhr im Theatersaal SZ Walle, Lange Reihe 81 (Premiere)
- Sa. 27.04.1996 20 Uhr im Theatersaal SZ Walle, Lange Reihe 81
- Fr. 03.05.1996 20 Uhr im Theatersaal Cato Bontjes van Beek Gymnasium, Bergstr. 26, Achim
- Fr. 10.05.1996 20 Uhr im Theatersaal Uni Bremen
- Sa. 11.05.1996 20 Uhr im Theatersaal Uni Bremen
- Mi. 15.05.1996 20 Uhr im Theatersaal SZ Walle, Lange Reihe 81
- Fr. 17.05.1996 20 Uhr im Theatersaal SZ Walle, Lange Reihe 81
- Sa. 18.05.1996 20 Uhr im Theatersaal SZ Walle, Lange Reihe 81
Kritik zur Inszenierung
Barfuß im Park Komödie von Neil Simon
Barfuß im Park
Publikum hat viel zu lachen
Gelungene Premiere von „Barfuß im Park“ des BAT-Ensemble
Das Bremer Amateur Theater Ensemble e. V. freut sich, das Publikum rechtzeitig zum Frühling mit seiner neusten Komödie unterhalten zu können und lädt herzlich zum vergnüglichen Spaziergang „"Barfuß im Park" ein. Neil Simons amüsantes und kurzweiliges Broadway-Stück verspricht angenehme und leichtsinnige Abwechslung mit Niveau. Wenn ein frischverliebtes Ehepaar seine erste gemeinsame Wohnung bezieht, sollte man erwarten, daß das Glück dieser beiden keine Grenzen kennt. Nicht aber, wenn der spleenige Nachbar aus dem Dachgeschoß das Schlafzimmerfenster des jungen Paares als Eingangstür benutzt und die etwas ausgeflippte Braut ihre hausbackene Mutter mit eben diesem „"Blaubart" zu verkuppeln versucht. Wenn der spießige Ehemann sich dann auch noch weigert, im Winter barfuß im Park spazieren zu gehen, droht eine handfeste Krise und die erste Prüfung für das junge Glück.
Mit Witz und Ironie gelingt es Neil Simon in seiner in den späten 60er Jahren spielende Komödie die alltäglichen Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen genau zu beobachten und pointiert nachzuzeichnen. Dabei kommt es neben vielen äußerst komischen Situationen auch zu einigen sentimentalen Zwischentönen, wenn er auch die menschlichen Tiefen seiner Charaktere nicht auszuloten vergißt. Diese oft allzu menschlichen Schwächen machen aber gerade die Glaubhaftigkeit und den Charme dieser zum Teil recht skurrilen Typen aus.
Die Inszenierung von Oliver Huhn wirkte dabei niemals platt, sondern eher sensibel und präzise umgesetzt. Besonders als Cories Mutter Velascos Charme erliegt und schließlich Corie zur Einsicht bringt, gelingt es den Amateurschauspielern, das Publikum zu begeistern. Es darf auf jeden Fall viel gelacht werden in dieser rasanten und zugleich nachdenklichen Inszenierung des BAT Ensemble unter der Leitung von Oliver Huhn. Dabei wird weniger auf derben Humor, sondern auf eine sensible Zeichnung der skurrilen Charaktere und der ironischen Handlung gezielt, so daß das Publikum leicht sich selbst darin wiederfinden und darüber lachen kann. Das begeisterte Premierenpublikum bedankte sich bei den jungen Akteuren mit frenetischen Applaus.
( aus dem „Weser Kurier“ vom 15.5.1996 )