Pension Schöller
Posse in drei Akten von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby

Das BAT Ensemble tritt wieder auf, mit neuem Elan, alten und neuen Gesichtern, aber mit bekannter Qualität und Charme.
"Pension Schöller" dürfte den meisten Theater-Interessierten bekannt sein, da es schon auf vielen bekannten Bühnen aufgeführt und von nicht minder bekannten Schauspielern gespielt wurde. Das Stück fasziniert durch seine Kurzlebigkeit, seinen Humor und durch das kleine Stückchen Moral, das es vermitteln will. Einzigartig wird das Stück durch seine Mischung verschiedenartiger Charaktere, in denen jeder Zuschauer (wenn er es will) Eigenschaften, vielleicht sogar Eigenarten seiner selbst entdecken kann und so gefangen ist in der Story.
Die Hauptpersonen in dieser Komödie sind Franziska Schöller und Alfred Klapproth. Sie, Tochter des Pensionsinhabers, ist ein freches Energiebündel, das mit Charme und liebevollem Sarkasmus zu begeistern weiß. Ihr gegenüber steht Alfred, ein junger, sympathischer Sonnenschein, der leider in Geldnöten steckt. Die beiden begegnen Personen, die unterschiedlicher nicht sein können, aber von denen jeder eine Aufgabe hat, die er erfüllen sollte. Ob es nun ein prahlerischer Professor, eine sehr neugierige Schriftstellerin oder eine erfolglose Schauspielerin ist, die wie ihre ,Leidenschaftsgenossen" im BAT Ensemble voller Hoffnungen und Träume ist und für diese zu kämpfen weiß. Nun also nimmt die Geschichte bzw. das Leben seinen Lauf. Natürlich nicht ohne Hindernisse, aber man lernt, das nichts aussichtslos ist, wenn man nur fest daran glaubt und die richtigen Ideen hat.
Sandra Polka
Besetzung
| DIE DAMEN | |
| Franziska Schöller | Adelarisa Kedenburg |
| Ida Klapproth | Sonja Rettkowski |
| Eugenia Schöller | Sonia Pape |
| Josephine Zillertal | Alexandra Luckmann |
| DIE HERREN | |
| Philipp Klapproth | Heiko Brockmann |
| Alfred Klapproth | Marc Niemann |
| Schöller | Markus Rahlf |
| Professor Bernhardy | Christoph Thonfeld |
| Major von Mühlen | Thomas Bähr |
| DER REST | |
| Regie | Peter Stütz |
| Regieassistenz & Souffleuse | Sandra Polka |
| Dramaturgie | Tim Sorgalla |
| Bühne | Thomas Bähr |
| Maske | Katja Ahrens, Regina Rahlf, Sandra Polka |
| Licht | Markus Lahmann, Robert Krause |
| Kostüme | Wir alle |
Aufführungstermine
- Fr. 12.11.1999 20 Uhr Gemeindesaal Wilhadi-Gemeinde Steffensweg 89 (Premiere)
- Sa. 13.11.1999 20 Uhr Bürgerhaus Hemelingen Godehardstr.
- So. 14.11.1999 20 Uhr Bürgerhaus Hemelingen Godehardstr.
- Fr. 19.11.1999 20 Uhr Bergstr. 26 in Achim
- So. 21.11.1999 20 Uhr Bürgerhaus Hemelingen Godehardstr.
- Fr. 03.12.1999 20 Uhr Schulzentrum Lange Reihe 81
- Sa. 04.12.1999 20 Uhr Schulzentrum Lange Reihe 81
Pension Schöller
Der Irrtum mit den Irren

Steigen Sie nach einem langem Tag mit dem Bremer Amateur Theater Ensemble ab in der "Pension Schöller". Dort wo Normalität und Wahnsinn dicht beieinander liegen, denn wo sonst duellieren sich ausgemusterte Majore mit Katzenhaltern aus Kyritz, wo sonst verschnucken Schauspienerinnen niebend gerne den Buchstaben "L", wo werden Soireebesucher zu Romanhelden, Löwenjäger zu Schürzenjägern, der Pensionsbesitzer zum Klavier und der Kellner zur Tochter des Hauses? Und wo sonst wird der Nachmittagskaffee nach dem Farbmuster des Malers ausgewählt?
Eigentlich ist alles nur ein dummer Zufall. Eigentlich wollte Philipp Klapproth nur seinen Freunden am Stammtisch in Kyritz erzählen, wie lustig eine Abendveranstaltung einer Irrenanstalt sein kann. Eigentlich wollte sein Neffe Alfred ihn nicht anlügen, aber eigentlich benötigte er das Geld seines Onkels, und zwar dringend.
Und so muß die ehrwürdige Pension Schöller mitsamt ihrer skurrilen Gästeschar einen Abend lang unwissentlich als Schauplatz für eine Soiree der besonderen Art herhalten. Nur der Kellner und Alfred kennen die Wahrheit.
Ein unvergeßliches Erlebnis für den heimkehrenden Philipp Klapproth, bis plötzlich bei ihm zu Hause in Kyritz merkwürdige Dinge vor sich gehen. Erleben Sie den ganz normalen Wahnsinn einer kleinen renommierten Familienpension. Zusammengefaßt:
Ein Stück, geschrieben aus Lust am Lachen. Eine Posse in Ihrer ehrlichsten Form. Mit der Aufgabe, zu unterhalten. Und so ist das Stück inszeniert. Mit Lust. Mit Ehrlichkeit. Und mit einer Portion Selbstironie. Rasant, eine Achterbahn mit mehr als einem Looping. Tür auf. Tür zu. Rein und raus. Hin und her. Große Gesten. Das ist Theater. Das ist Komödie. Das ist Pension Schöller.
Wir freuen uns auf Sie!
Gedanken - Das Puzzle der unsichtbaren Hände
In den meisten Fällen haben nur eine Handvoll Leute den Mut, etwas auf die Bühnenbeine zu stellen. Nur eine Handvoll? Denkste! Wird erst einmal angefangen, konkret über eine Sache nachzudenken und an ihr zu arbeiten, so stellt man ganz schnell fest, daß dort noch viele andere sind, die sich engagieren wollen. Und genau da liegt das Problem. Wie erreicht man jemanden, der will, aber nicht weiß wo und wie?
Eines vorweg: Meister gibt es bei uns nicht. Nur Lehrlinge. Daher ist es immer wieder erstaunlich, was gemeinsam erreicht werden kann, obwohl der eine den anderen am Anfang gar nicht kennt. Bei uns treffen manchmal sogar höchst verschiedene Menschen aufeinander. Und jeder bringt sein Wissen, Können und die verschiedensten Talente mit ein. Aber eines verbindet uns alle: das Theater!
Doch da sind immer wieder die "1000" Fragen: Wer kümmert sich um Kostüme, Requisiten?
Wer ersinnt ein passendes Bühnenbild, baut es und vor allem wo?
Wo können Proben stattfinden, wo die Vorstellungen?
Wer spricht mit den Häusern, macht Termine und dergleichen?
Wer sorgt für Lciht, Ton und Programmhefte, für Eintrittskarten, Werbung und Pausengetränke?
Wer entwirft, druckt und verteilt Plakate, Handzettel ...?
Wer macht Fotos und Texte und schickt sie an die Presse?
Eine Liste, die sich endlos fortführen ließe.
Doch gerade diese Menschen brauchen wir! Die Leutchen im Licht der Scheinwerfer sind letztlich nur das sichtbare Ende in der Kette der vielen benötigten Hände, die ein Stück aufführungsreif machen: Es gehört so vieles dazu, von dem man als unbeteiligter Zuschauer nicht so ohne Weiteres etwas mitbekommt. Und ohne alle dem läuft nichts!
Letztlich ist das Ganze immer ein Puzzle der unsichtbaren Hände im Hintergrund. Unser Ergebnis, unser Puzzle, sehen Sie es sich an.
Heiko Brockmann